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PU sensor - Dekubitus-Prophylaxe DiKaTec Medizintechnik

 

 

 

Dekubitus betreffen Menschen jeden Alters und in allen Bereichen des Gesundheitswesens. Um die Zahl der Betroffenen sowie das Ausmaß der Erkrankung zu reduzieren, ist die Prävention eine Kernaufgabe in der Pflege. 

 


 

„EIN DEKUBITUS IST EINE LOKAL BEGRENZTE SCHÄDIGUNG DER HAUT UND/ODER DARUNTERLIEGENDEN GEWEBES, IN DER REGEL ÜBER KNÖCHERNEN VORSPRÜNGEN INFOLGE VON DRUCK ODER VON DRUCK IN KOMBINATION MIT SCHERKRÄFTEN. ES GIBT EINE REIHE WEITERER FAKTOREN, WELCHE TATSÄCHLICH ODER MUTMAßLICH MIT DEKUBITUS ASSOZIIERT SIND; DEREN BEDEUTUNG IST ABER NOCH ZU KLÄREN.“

Die Internationale Definition von Druckgeschwüren nach NPUAP/EPUAP/PPPI


 

Der derzeitige Kenntnisstand ist definitionsgemäß noch nicht vollständig. In einer Übersichtsstudie aus dem Jahr 2019 wurde die Datenlage bezüglich der Prävalenz untersucht. Dabei zeigt sich für die deutsche Langzeitpflege eine Prävalenz von 2 % bis 5 %, in den Krankenhäusern von 2 % bis 4 %  (ab Kategorie 2). Aufgrund der heterogenen Datenlage lässt die Abschätzung für deutsche Krankenhauspatienten in ihrer Höhe Zweifel zu.

 


 

„DIESE ANTEILE BELEGEN, DASS VERFÜGBARE DEKUBITUSPROPHYLAKTISCHEMAßNAHMEN IN DEUTSCHLAND NICHT AUSGESCHÖPFT WERDEN. WEITERE ANSTRENGUNGEN MÜSSEN ERFOLGEN UM DIE DEKUBITUSPRÄVENTION IN DEUTSCHLAND ZU VERBESSERN.“

Tsenka Tomova-Simitchieva: Charité – Universitätsmedizin Berlin


 

RISIKOFAKTOREN UND PRÄVENTION NACH DEKUBITUS-EXPERTENSTANDARD

 

Im Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege sind über 100 Dekubitus-Risikofaktoren beschrieben. Diese Faktoren können in der Person liegen (intrinsische Faktoren) wie z. B. Einschränkungen in der Beweglichkeit, körperliche Konstitution oder Durchblutungsstörungen oder durch äußerliche Einflüsse (extrinsische Faktoren) bedingt sein. Dazu gehören vor allem Faktoren wie zu fest sitzende Verbände und harte Auflageflächen oder eindrückende Sonden bzw. Katheter. Intrinsische und extrinsische Risikofaktoren begünstigen die Entstehung eines Dekubitus in unterschiedlichem Ausmaß.

 

Allgemein sind Risikofaktoren nicht direkt für die Bildung von Dekubitus verantwortlich. Im Expertenstandard wird eine systematische Übersichtsarbeit von 2014 zitiert, in der die allgemeine und direkt kausal wirkenden Risikofaktoren unterschieden werden.

 

 


FAKTOREN DIE DIREKT ZUM DEKUBITUS FÜHREN: 

 

IMMOBILITÄT

BEEINTRÄCHTIGTER HAUTZUSTAND

MINDERDURCHBLUTUNG 


 

 

DERZEITIGES RISIKOASSESSMENT – VERWENDUNG VON SKALEN

 

Über Jahrzehnte wurden in der pflegerischen Praxis Dekubitus-Risiko-Skalen als Instrument zur Bewertung des Risikos verwendet. Die Norten-, Branden- und Waterlow-Skala waren vor allem n Deutschland verbreitet. In den letzten Jahren kam es vermehrt zu Überschneidungen bzw. zur Verwendung eines Auditinstruments, was eigens von der Pflegeeinrichtung oder dem Krankenhaus zur Risikobewertung entworfen wurde.

 


 

DIE GEMEINSAMKEITEN DIESER INSTRUMENTE LIEGEN IN DER BEWERTUNG UNMITTELBAR BEOBACHTBARER FAKTOREN WODURCH DER DURCHBLUTUNG ALS DIREKT KAUSAL WIRKENDER FAKTOR BISHER ZU WENIG AUFMERKSAMKEIT GESCHENKT WERDEN KONNTE. AUßERDEM TRAGEN ERFAHRUNGEN UND SUBJEKTIVE WAHRNEHMUNGEN DER BEWERTENDEN EINEN ZU GROßEN ANTEIL ZUR RISIKOBEWERTUNG BEI.

 


 

BLUTFLUSS BEI DRUCK 

Die Minderdurchblutung stellt einen direkt kausal wirkenden Faktor für das Dekubitusrisiko dar. Dass die Rolle des Blutflusses bei der Ausbildung von Druckgeschwüren einen entscheidenden Faktor darstellt, ist schon lange bekannt. Um seine Tragweite einschätzen zu können, wurde bei der Entwicklung des PU sensors ein bestimmter Mechanismus ins Auge genommen.

 

Bei schon geringem Druck auf die Haut erweitern sich die Mikrogefäße im Gewebe. Diese Erweiterung der Gefäße und die daraus resultierende Erhöhung des Blutflusses in diesem Bereich wird als druckinduzierte Vasodilatation oder kurz PIV (engl.: pressure induced vasodilation) bezeichnet. Dieser selbst-regulierende Mechanismus sorgt für eine ausreichende Sauerstoffkonzentration in der Haut und ist zugleich eine präventive Reaktion zur Minimierung der schädigen-den Wirkung von Druck-und Scherkräften. Er unterliegt verschiedenen Mediatoren im Herz-Kreislauf-System (u. a. Prostaglandine, Stickstoffmonoxid) und sorgt für das Aufrechterhalten der Homöostase der Haut. Das Auftreten einer Ischämie wird dadurch verzögert, das Dekubitusrisiko verringert.

 

Im Druckbereich von 25-50 mmHg kommt die PIV am häufigsten zu tragen, was etwa der Druckbelastung des eigenen Körpergewichts beim Liegen entspricht. Bei höherem Druck beginnt der Blutfluss zu sinken und kommt schließlich ganz zum Erliegen. Wo genau diese Druckschwelle liegt, ist von vielen individuellen Faktoren abhängig.

 

Ist dieser Mechanismus nicht vorhanden, führt schon ein geringer Druck auf das Gewebe zur Verringerung des Blutflusses. Betroffene Personen zeigen eine besonders hohe Anfälligkeit für geringe Druckbelastungen, was sich vor allem in Kombination mit eingeschränkter Mobilität massiv auf das Dekubitusrisiko auswirkt.

 

Patienten mit Diabetes mellitus und Menschen höheren Alters weisen häufig eine dysfunktionale PIV auf. Es wird aber auch bei gesunden jungen Menschen nachgewiesen. Eine schwedische Studie zeigt, dass 20 % aller getesteten Personen unabhängig ihren Alters und Gesundheitszustandes an einer dysfunktionalen PIV leiden.

 


MENSCHEN BEI DENEN MAN KEIN ERHÖHTES DEKUBITUSRISIKO ÄUßERLICH FESTSTELLEN KANN SOLLTEN BEI EINER DYSFUNKTIONALEN PIV ALS RISIKOPATIENT BEHANDELT WERDEN. 

 


 

PHOTOPLETHYSMOGRAPHIE (PPG)

Der PU sensor kann nun durch Blutflussmessungen bestimmen, ob eine funktionale PIV bei der getesteten Person vorhanden ist oder nicht. Diese Blutflussmessungen werden mit der sogenannten Photoplethysmographie (PPG) durchgeführt. Die Photoplethysmographie (PPG) wird schon lange in vielen verschiedenen klinischen Anwendungen eingesetzt, zum Beispiel zur Überwachung physiologischer Reaktionen wie Herzfrequenz, Herzleistung, Atmung und Sauerstoffsättigung des Blutes.

Außerdem kommt die PPG-Technik bei der Gefäßbeurteilung zum Einsatz: die endotheliale Dysfunktion, Endothelfunktion, Veneninsuffizienz und die mikrovaskuläre Durchblutung können damit beurteilt werden.

 

 

 

FUNKTIONSPRINZIP 

 

Die PPG-Technologie besteht aus einer Lichtquelle zur Beleuchtung der Haut und des darunterliegenden Gewebes und einem Fotodetektor. Die Lichtquelle des PPG-Geräts sendet licht einer bestimmten Wellenlänge auf den zu untersuchenden Bereich. Das Licht, das in das Gewebe eindringt, wird absorbiert, gestreut und reflektiert. Der reflektierte Anteil wird vom Fotodetektor aufgenommen. Dieses Signal ist mit der Herzfrequenz synchronisiert. Dadurch wird der arterielle Blutfluss im untersuchten Bereich gemessen.

Die Eindringtiefe des Lichts und damit der Bereich, in dem gemessen wird, ist bestimmt durch die Wellenlänge und dem Abstand zwischen der Leuchtdiode und dem Fotodetektor.

 

PU SENSOR AUFBAU

Der PU sensor besteht aus einer Haupteinheit, einer Sensorplatte und einem aufblasbaren Luftkissen. Außerdem umfasst das Zubehör ein Qi-Ladegerät mit einem USB-Kabel, einem Netzadapter und einer Halterung. Dadurch kann die Haupteinheit kabellos geladen werden und muss während der Benutzung nicht an einer Steckdose angeschlossen sein. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist eine spezielle Klebefolie, die zur Befestigung der Sensorplatte auf der Haut verwendet wird.

 

 

 

PUsensor mit Bezeichnungen

 

Die Haupteinheit des PU sensors kann mit dem Internet verbunden werden, wodurch Soft-Ware-Updates automatisch heruntergeladen werden. Außerdem können dadurch die Messergebnisse cloudbasiert überprüft werden. Die PU sensor-Platte enthält LED-Lichtquellen, welche im grünen (560 nm) und Nahe-IR (810 nm) Bereich emittieren. Durch ihre Anordnung auf der Platte zu den Detektoren kann der Blutfluss im Bereich von ca. 1,0 mm -10 mm Eindringtiefe gemessen werden. Das Luftkissen ist so konzipiert, dass die Sensor-Platte genau in die Öffnung in der Mitte passt. Es bläst sich während der Messung vollautomatisch auf –und lässt im weiteren Verlauf die Luft wieder ab.

 

 

 

 

MESSVORGANG

 

Das Messprinzip beruht auf zwei PPG-Messungen, ohne und mit Belastung des Körpergewichts. Der direkte Vergleich zwischen den gemessenen Blutflusswerten gibt Rückschlüsse auf die Funktionalität der PIV des Patienten/Bewohners.

 


Ein Video zum Messvorgang mit dem PU sensor finden Sie über diesen QR-Code. Einfach scannen oder anklicken!

 

 

 

ABLAUF

 

Die Sensorplatte wird mit einer speziellen Klebefolie an das Kreuzbein des Patienten befestigt. Dieser muss in Seitenlage auf einer Unterlage liegen. Anschließend wird das Luftkissen um die Sensorplatte gelegt. Die Person wird in Rückenlage auf ihr Bett gedreht, wobei und die Untersuchung durch Drücken der Starttaste gestartet wird. Der Messvorgang läuft dann automatisch ab: Das Luftkissen bläst sich auf und der Blutfluss wird gemessen, indem das reflektierte Licht erfasst und analysiert wird.

Anschließend lässt das Gerät nach einer gewissen Zeit die Luft aus dem Kissen wieder ab, um eine zweite Messung durchzuführen.

 

 

 

 

PUsensor - Bewertungsampel

Das Ergebnis erscheint nach etwa 5 Minuten auf dem Display der Haupteinheit.


 

 

 

AUSSAGE DER ERGEBNISSE – EINBINDUNG IN DEKUBITUS-RISIKOASSESSMENT

 

Der PU sensor ist ein unterstützendes Element im Dekubitus-Risikoassessment. Der Faktor Minderdurchblutung konnte mit den bisherigen Bewertungsmethoden nicht standardmäßig eingebunden werden.

 


Mit dem PU SENSOR wird die Minderdurchblutung nun abgedeckt.


 

Andere Faktoren müssen nach wie vor nach den gängigen Methoden bewertet werden und tragen mit der gleichen Gewichtung zum Dekubitus-Risiko bei. Zu einer strukturierten Einschätzung des Risikos mit einer detaillierten Dokumentation muss die Minderdurchblutung als relevanter Risikofaktor behandelt werden. Da sie in Kombination mit eingeschränkter Mobilität mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Ausbildung eines Dekubitus führt, ist eine Messung mit dem PU sensor im initialen Screening zu empfehlen. Die Messung mit dem PU sensor sollte wie das vollständige Risikoassessment in Abhängigkeit vom individuellen Zustand wiederholt werden. Veränderungen des allgemeinen Zustands können auch zu einer Veränderung des Ergebnisses des PU sensors führen.

 


Anhand des Ergebnisses können Personen, die mit den herkömmlichen Methoden nicht als Risikopatienten erkannt wurden, als solche eingestuft werden.


 

VORTEILE DURCH NUTZUNG DES PU SENSORS

 

Prävention von Druckgeschwüren: Höhere Lebensqualität & Entlastung des Personals

 

Mit der Verwendung des PU sensors wird die Einschätzung des Dekubitusrisikos verbessert und mehr Personen als Risikopatienten deklariert.

Natürlich steht bei einer Maßnahme zur Vorbeugung von Dekubitus der Mensch im Mittelpunkt. Dabei sind nicht nur die potenziell weniger betroffenen Patienten gemeint, welchen man durch eine bessere Prophylaxe erhebliche körperliche- und seelische Beschwerden erspart. Auch für die Menschen in der pflegenden Praxis, welche immer weniger Zeit für die Pflege am Betroffenen haben, bewirkt der Einsatz des PU sensors eine Entlastung. Da der Anspruch an die pflegende Person mit dem Schweregrad des Dekubitus ansteigt, liegt selbstverständlich eine unmittelbare Entlastung bei weniger auftretenden Fällen vor.

Auch die Einbindung eines technischen Gerätes in das Assessment kann „Druck“ bei der Durchführung der Bewertung nehmen. Die Erfahrung der bewertenden Person spielt nach wie vor eine entscheidende Rolle: Die bewertende Person kann mit einer sensorgesteuerten technischen Messung ein valideres Dekubitusrisiko ermitteln, was ihr mehr Sicherheit im gesamten Assessment gibt.

 

 

Geringere Kosten für die Einrichtungen

 

Ein weiterer Faktor, der indirekt auch Einfluss auf die Pflegenden und Betroffenen hat, sind bei einer besseren Dekubitus-Prophylaxe die geringer anfallenden Kosten für das Krankenhaus oder die Pflegeeinrichtung. Die Kosten für Dekubitus steigen exponentiell mit dem Grad an, weshalb viele Faktoren für die Höhe der Rentabilität verantwortlich sind. Da genaue Zahlen, wie sich der Einsatz des PU sensors im Risikoassessment auf die Gesamtkosten auswirkt, nicht vorliegen, müssen Abschätzungen gemacht werden.

 

 

Genaueres Verständnis über Dekubitus

 

Der Minderdurchblutung kann mit dem PU sensor nun eine deutlich größere Aufmerksamkeit im Risikoassessment geschenkt werden. Da diese in der pflegenden Praxis bislang schwierig zu beurteilen war, liegen kaum Erfahrungswerte über den tatsächlich beitragenden Anteil dieses Faktors zum Risiko vor. Durch den Einsatz des PU sensors kann dies geändert werden.


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